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Tourismus - Spaziergang 1nachtsheim.info

Ein Spaziergang in Nachtsheim

 

Auf dem Weg Richtung Münk sieht man zur Rechten ein kleines Waldstück.



Schinnsheck
oder auch Scheiweböscheltje genannt. Hier findet man neben dem wohl größten Eichenbestand auch ein Kleinod der Nachtsheimer Gemeinde. 

Durchquert man den Wald in Richtung Südwesten wird es alsbald sehr steil. Dort versteckt, liegt im sanften Licht der Nachmittagssonne die

 "Heinzelmänntjes Hüll"

Ein Steinbrocken, den wohl die Evolution aus dem Berg getrieben hat; oder waren es doch am Ende die Heinzelmännchen, die (wie ja alle wissen) nicht mehr in Köln bleiben konnten.

Durch die vielen Eichenbäume verrät ein kleiner Trampelpfad den Weg zur Höhle. Kommt man an den steil abfallenden Bergkamm, erfährt man einen wunderschönen Ausblick auf das Mimbachtal und die "Münneke Seit. "

Man sollte es besser unterlassen, den Berg ganz hinabsteigen zu wollen, da das Gefälle locker die 40% übersteigt. Nur mit entsprechendem Schuhwerk und der nötigen Vorsicht erreicht man nach ca. 50 Metern das Steinmassiv. Der Eingang wurde wahrscheinlich von den Heinzelmännchen so gewählt, dass die Nachmittagssonne Ihre Strahlen direkt in die Höhle werfen kann. Ein herrlicher Platz, um noch einmal richtig zu relaxen und an vergangene Tage zu denken. 

Aber wie war es noch mit den Heinzelmännchen? Und warum sind Sie von Köln nach Nachtsheim gezogen? Hier könnte das Geheimnis gelüftet werden...

Hier die Geschichte von den Heinzelmännchen:

Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul,... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
        Da kamen bei Nacht,
        Ehe man's gedacht,
    Die Männlein und schwärmten
    Und klappten und lärmten,
            Und rupften
            Und zupften,
    Und hüpften und trabten
    Und putzten und schabten...
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,...
War all sein Tagewerk... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän' und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
        Nahm Meißel und Beil
        Und die Säg' in Eil;
    Und sägten und stachen
    Und hieben und brachen,
            Berappten
            Und kappten,
    Visierten wie Falken
    Und setzten die Balken...
Eh sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich -
        Und ächzten daher
        Mit den Säcken schwer!
    Und kneteten tüchtig
    Und wogen es richtig,
            Und hoben
            Und schoben,
    Und fegten und backten
    Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
        Das ging so geschwind
        Wie die Mühl' im Wind!
    Die klappten mit Beilen,
    Die schnitzten an Speilen,
            Die spülten,
            Die wühlten,
    Und mengten und mischten
    Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
        Und schwefelten fein
        Alle Fässer ein,
    Und rollten und hoben
    Mit Winden und Kloben,
            Und schwenkten
            Und senkten,
    Und gossen und panschten
    Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!




Einst hatt' ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
        Das schlüpften sie frisch
        In den Schneidertisch;
    Da schnitten und rückten
    Und nähten und stickten,
            Und faßten
            Und paßten,
    Und strichen und guckten
    Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!



Neugierig war des Schneiders Weib,

Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
        Eins fähret nun aus,
        Schlägt hin im Haus,
    Die gleiten von Stufen
    Und plumpen in Kufen,
            Die fallen
            Mit Schallen,
    Die lärmen und schreien
    Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch husch husch husch! - verschwinden all!



O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!

Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun alles selber tun!
        Ein jeder muß fein
        Selbst fleißig sein,
    Und kratzen und schaben
    Und rennen und traben
            Und schniegeln
            Und biegeln,
    Und klopfen und hacken
    Und kochen und backen.
Ach, dass es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!

Die Heinzelmännchen laufen ganz geschwind 
und in Nachtsheim für sie eine neue Zeit beginnt....

Hier durch diese Spalte müssen Sie damals von Köln kommend, eine neue Heimat gefunden haben.

Gesehen hat Sie noch niemand hier in Nachtsheim; aber man ist sich Gewiss, dass die Heinzelmännchen hier in dieser Höhle ein neues zu Hause gefunden haben. Und wenn man ganz still oben auf der Höhle sitzt, die tolle Aussicht genießt und es um einen ganz still geworden ist, dann kann man zu bestimmten Zeiten das Gegrolle der Heinzelmännchen tief im Berg hören. Wenn man ganz viel Glück hat, dringen die Stimmen zu einem herauf, welche die obige Geschichte erzählen. Eben von den vorwitzigen Frauen und so...

So manch eine soll auch schon hier gewesen sein, um die Heinzelmännchen zu erblicken. Aber wie gesagt, gesehen hat Sie eben noch keiner. Ist auch gut so. Denn dann bleiben Sie hier in Nachtsheim und könnten dem ein oder anderen ja helfen.

Beim schweifenden Blick in die Ferne kann manchmal das Grollen in der Tiefe hören....

... und die Stimmen, die einem ans Ohr dringen verraten einem so einiges, was in der Vergangenheit alles passiert ist.

Nun verlassen wir den Felsen mit seinem geheimnisvollen Inhalt wieder und machen uns auf den Weg zu einem weiteren schönen Platz in diesem Wald. Nach dem anstrengenden Gang ist man froh, wenn man sich umdreht und den Bergkamm wieder erreicht hat. Der Blick von hier oben zeigt einem den ganzen Glanz unserer schönen Täler, Wiesen und Wälder .

Die eng stehenden Bäume lassen einem den Blick auf "Heinzelmänntjes Hüll" schnell rauben. Nur der steile Berg gibt seinen Charakter preis.

Wir halten uns rechts und gehen den ausgefahrenen Waldweg entlang, bis wir aus dem Wald hinaustreten. Links am Waldrand vorbei, führt unser Weg bis zu einer Wegegabelung. Dort, hinter den Hecken versteckt, schien früher schon mal jemand gerne Rast gemacht zu haben. Zwei Bänke stehen in weitern Winkel aneinander. Inmitten der Lichtung eine kleine Feuerstelle die verrät, dass hier einmal gelagert wurde. Kein Wunder bei dem Ausblick, den man von hier erhält.

Hinter den beiden Bänken findet man Mauereste, die auf eine frühere Behausung hindeuten. . Wer hatte hier seinen Wohnsitz? Wo kommen die Bänke her? Alles Fragen, die unsere Neugierde geweckt haben. Recherchen ergaben folgendes:

Alt "Steins Häusje" stand hier. Der Apotheker Schlaggs aus Mayen hatte vor dem Krieg die Jagd in Nachtsheim. Hier an dieser Stelle hatte er sein Jagdhäuschen, welches zwar aus Holz gefertigt, aber bereits auf Betonfundamenten errichtet wurde. 

Nach dem Krieg zogen dort Steins Marie mit Ihrem Mann Will ein. Sie wohnten dort einige Zeit, bevor Sie in die Hauptstraße, zu Buesch Traud und Lamänne Mättes on Marie zogen.

Die Fundamente sind heute noch zu sehen und auf den Bänken kann man bei einem herrlichen Ausblick rasten.

Welch eine Aussicht ..... Bis weit ins Cochemer Land, über das Hoch "Bermel" bis zum Rand des Rheintal kann man den Blick schweifen lassen. 

Im Vordergrund "Op Hunned" 

Schinnsheck kann man nur erleben, wenn man selbst dabei war. Nachts kommt die "WilleWutz" aus dem Wald und sagt dem berühmten Pferd ohne Kopf, welches von "Hummes Dünnes" oft zitiert wurde, gute Nacht.

Das war ein schöner Spaziergang.... wir werden sehen, wo mich der nächste Spaziergang hinbringt.

Thomas Bach
Okt. 2002