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Land und Leute - Schiedsmannnachtsheim.info

Artikel vom: 03.08.2017

Schlichten statt Richten“ – „Vertragen statt Klagen“



Neue Schiedspersonen für zwei Bezirke in der Vordereifel vereidigt
Am Freitag, den 21.07.2017 wurden um 11 Uhr in den Räumlichkeiten der Verbandsgemeindeverwaltung feierlich Helmut Wingender, Kottenheim und Thomas Hammes, Bermel in das neu verliehene Ehrenamt der Schiedsperson eingeführt. Die Ernennung führte der Direktor des Amtsgerichtes Bernd Schmickler als zuständiger Dienstherr durch. Gleichzeitig wurden die ehemaligen Schiedspersonen Werner Bell, Ettringen, der in der Zeit von 2012-2017 und Georg Brand, Nachtsheim, der in der Zeit von 1999-2017 die zuständigen Streitschlichter waren, verabschiedet. „Unser Gemeinwesen würde nicht funktionieren, wenn es nicht Menschen wie Sie gäbe, die bereit sind, diese wichtige Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen“, so Bürgermeister Schomisch.

Die Verbandsgemeinde Vordereifel teilt sich in drei Schiedsamtsbezirke. Helmut Wingender wird zukünftig den Bezirk I (Ettringen, Kottenheim und St. Johann) betreuen und Thomas Hammes ist für den Bezirk III (Anschau, Bermel, Boos, Ditscheid, Hirten, Kehrig, Lind, Luxem, Monreal, Münk, Nachtsheim, Reudelsterz und Weiler) zuständig.

Eine Schiedsperson wird auf Vorschlag des Verbandsgemeinderates, nach vorheriger Beteiligung der Ortsgemeinden, auf die Dauer von fünf Jahren von dem Direktor des Amtsgerichtes ernannt. Das Amt versehen kann eine Person, die älter als 30 Jahre und ihrer Persönlichkeit nach zur Streitschlichtung besonders befähigt ist. Eine Schiedsperson ist ehrenamtlich tätig, was zur Folge hat, dass sie ihre Freizeit für die Führung des Amtes der Gesellschaft praktisch unentgeltlich zur Verfügung stellt. Dadurch ist ein Schlichtungsverfahren für die Bürgerinnen und Bürger äußerst kostengünstig.

Alfred Schomisch führt hierzu weiter aus: „Sie als Schiedspersonen helfen nicht nur dabei die Gerichte zu entlasten, sondern auch die zwischenmenschliche Beziehung zweier Streitgegner aufrecht zu erhalten bzw. diese wieder aufzubauen.“ Zunehmend werden Streitigkeiten – ohne vorhergehenden Versuch einer Streitbeilegung – vor die Gerichte gebracht und dort bis in die letzte Instanz ausgetragen. Mancher steht am Ende dieses Weges trotz des „erstrittenen“ Urteils vor einem Scherbenhaufen. Die Rechtsfrage ist zwar dann zu seinen Gunsten entschieden, die menschliche Beziehung aber oftmals für immer zerstört, so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde.

Eine gute Schiedsperson sollte vor allem Lebenserfahrung, ein Gespür für Menschen und die Fähigkeit besitzen, gut zu zuhören und zufriedenstellende Kompromisse zu finden oder in den Worten von Werner Bell zu bleiben: die Tätigkeit als Schiedsperson „bedarf viel Fingerspitzengefühl, aber erfordert auch schon mal direkte Worte“. Hierzu nehmen die Schiedspersonen Einführungs- und spezielle Fortbildungslehrgänge wahr, in denen sie nicht nur das juristische und verfahrenstechnische Rüstzeug für ihre Amtsführung erhalten, sondern in denen sie auch mit Modalitäten der Verhandlungsführung, vertraut gemacht werden. Kommt es zu einem Vergleich, spart man zumindest viel Nerven, Zeit und Geld und wenn die Streitschlichtung erfolglos bleiben sollte, ist weiterhin der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen.

Bürgermeister Alfred Schomisch bedankte sich bei den ausgeschiedenen Schiedspersonen für ihr langjähriges Wirken in der Verbandsgemeinde Vordereifel. Bei den Neuen bedankt er sich für die Bereitschaft eine solch wichtige Aufgabe zu übernehmen und bot für streitschlichtende Gespräche auch eine „neutrale“ Räumlichkeit der Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel an. Er wünscht Helmut Wingender und Thomas Hammes ein glückliches Händchen für die zukünftigen Aufgaben.